Baden-Württemberg

Baden-Württemberg galt lange als Trutzburg konservativer Atompolitik. Tatsächlich aber ist Baden-Württemberg schon länger bei vielen erneuerbaren Energien führend. Dies gilt bei Wasserkraft, dem Ausbau von Biogas- und Solarenergie, wo Baden-Württemberg im Ländervergleich zur Spitzengruppe gehört, ebenso wie bei den Forschungsanstrengungen. Das Gesamtbild wird "nur" von der politisch lange Zeit gewollten Rückständigkeit bei der Windenergie getrübt, bei der der Südwesten bisher zu den Schlusslichtern gehört.

Im Zuge der Veränderung der landespolitischen Vorzeichen und der bundesweiten Energiewende sind nun auch in diesem Bereich dynamische Entwicklungen mit hohem Konfliktpotenzial zu erwarten (Ruddat/Renn 2012). Viele ländliche Wohn- und Fremdenverkehrsgemeinden befürchten eine schwerwiegende Beeinträchtigung ihrer über Jahrzehnte organisch gewachsenen Attraktivität. Eine besondere Akzentuierung erfährt diese Situation mit der „traumatischen“ Erfahrung mit Bürgerprotesten bei Stuttgart 21.

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Berlin-Brandenburg

Im Jahr 2010 wurde dem Land Brandenburg von der Agentur für erneuerbare Energien in einem Wettbewerb der „Leitstern“ als bestes Bundesland verliehen. In der Ende Februar 2012 von der Landesregierung vorgelegten „Energiestrategie 2030“ werden erneut ehrgeizige Ausbauziele formuliert, einschließlich des Netzausbaus, der nicht zuletzt wegen des fortdauernd hohen Anteils an Braunkohlestrom notwendig wird.

Die fünf Regionalen Planungsgemeinschaften des Landes sind derzeit dabei, diese Landesziele in regionale Planungen umzusetzen. Berlin wird seine Energiestrategie 2020 demnächst ebenfalls fortschreiben, vermutlich bis zum Jahr 2050, und dabei ebenfalls ehrgeizige Ausbauziele für Erneuerbare Energien formulieren. Gleichzeitig sehen sich die Genehmigungsbehörden vor allem in Brandenburg mit vielfältigen Protesten und Einwänden konfrontiert, etwa beim Ausbauziel Windenergie (2-3% der Landesfläche), wo nicht zuletzt auch die konkurrierenden Ziele des Naturschutzes berücksichtigt werden müssen. Ähnliches gilt für den Ausbau der Flächen-Photovoltaik, die selbst auf den vielfältig vorhandenen militärischen Konversionsflächen des Landes als Flächennutzung oft umstritten ist und von lokalen Initiativen häufig bekämpft wird.

Schließlich ist auch der Ausbau des Stromnetzes für Brandenburg ein Konfliktthema, wie z.B. das Planverfahren um die sog. Uckermarkleitung zeigt (Zimmer et al. 2012).

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Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein, das Land zwischen den Meeren, ist eine Schwerpunktregion der Onshore und Offshore-Windenergie, aber aufgrund seiner vergleichsweise starken landwirtschaftlichen Prägung und dünnen Siedlungsdichte auch mit einer dynamischen Entwicklung bei der Solar- und Biomasseenergieerzeugung.

Vorteil und Hauptproblem zugleich ist für Schleswig-Holstein, dass nur ein geringer Anteil des perspektivisch über erneuerbare Energien erzeugten Stroms im Land verbraucht werden wird. Deshalb ist ein massiver und zeitnaher Ausbau des Leitungsnetzes erforderlich. Hieraus entsteht eine sehr komplexe Konfliktlage mit starken Bezügen zu grundsätzlichem Gerechtig- keitsempfinden, Lastenverteilung bzw. Vorteil/Nachteil-Ausgleich und Partizipation.

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