Lebensstile und Einstellungen zur Energiewende

Das Teilprojekt “Lebensstile” befasst sich mit der Analyse milieuspezifischer Einstellungen zur Energiewende, Energie- und Klimapolitik im Allgmeinen sowie den Haltungen gegenüber Bauprojekten der Energiewende (insbesondere der Ausbau von Windkraftanlagen und Stromtrassen). Neben einer Segmentierung in Bezug auf Umwelteinstellungen und Beteiligungsbereitschaft bei Erneuerbaren Energie-Projekten in der Region, werden hier die alltagsrelevanten Sektoren wie Strom, Mobilität, Ernährung und Konsum in ihrer Bedeutung für unterschiedliche Lebensstile näher untersucht. Dabei werden wir einen Lebensstilansatz wählen, der – in Anlehnung an die Sinus-Milieus (vgl. Borgstedt/Christ/Reusswig 2011) – neben den Wertorientierungen auch vertikale Ungleichheiten (z.B. Einkommen, Bildung) einbezieht. Ein weiterer Aspekt des Arbeitspaketes ist die Bestimmung argumentativer Schwerpunkte der Energiewendekritiker_innen.

Dazu bedient sich das Arbeitspaket unterschiedlichster qualitativer wie quantitativer Methoden. In zwei repräsentativen Onlinebefragungen werden werden neben allgemeinen Einstellungen zur Energiewende und spezifischen Haltungen zu konkreten Bauprojekten vor Ort auch energierelevante Alltagsverhalten und Handlungsmotivationen abgefragt, die dann gruppenspezifisch in Abhängigkeit zu generierten Lebensstilen analysiert werden. So soll einerseits der Frage nachgegangen werden, welche Konfliktlinien im Bezug auf den Ausbau Erneuerbarer Energien für welche Lebensstilgruppen besonders hervorstechend sind und welche Möglichkeiten gesehen werden, die Konflikte diesbezüglich in konstruktive Bahnen lenken zu können. Andererseits soll untersucht werden, in wie weit die Energieintensität von Alltagsverhalten (CO2-Fußabdrucks) und energiepolitische Einstellungen miteinander zusammenhängen und unter welchen Bedingungen sich diese Haltungen und Verhalten ändern.

 

Weiterhin werden nicht-repräsentative Onlinebefragungen im Umfeld von Energiewendekritiker_innen durchgeführt und qualitative Interviews mit Aktivist_innen gegen Windkraftanlagen oder Stromtrassen geführt. So lassen sich Konflikthintergründe und persönliche Beweggründe für ein Engagement gegen lokale Bauprojekte besser verstehen und soziale und politische Defizite in der Umsetzung der Energiewende aufdecken.

 

Ansprechpartnerin für dieses Teilvorhaben ist Eva Eichenauer.