Mediendiskurs und Akteurs-Argument-Netzwerke

Beispiel einer Netzwerkdarstellung für ein Fallbeispiel

Ausgangspunkt des Teilvorhabens

Obwohl weitgehender Konsens herrscht, dass die Hinwendung zu grüner Energie sinnvoll ist, gibt es vermehrt Proteste gegen lokale Bauvorhaben im Zusammenhang mit Erneuerbaren Energien. Die Energiewende greift stärker in die Lebenswirklichkeit der Menschen ein, Projekte sind ‚sichtbar’ und können als Belastung empfunden werden. Dies führt zu Diskussionen und Auseinandersetzungen über das Wie und Warum der Energiewende auf lokaler Ebene. Diese Diskussionen existieren nur insoweit als gesellschaftliche Probleme, als darüber kommuniziert wird (Luhmann 1996). Erst wenn sich in öffentlichen Kommunikationsprozessen eine bestimmte Deutung dieser Probleme herausschält, wird eine ‚sinnhafte’, mehr oder weniger gezielte Bearbeitung dieser Probleme möglich. Massenmedien (z. B. lokale und nationale Presse) fungieren dabei als „Argument-Gatekeeper“ und Multiplikatoren von Umweltkonflikten sowie von möglichen Lösungen.

Ziele des Teilvorhabens

Daher beschäftigt sich das Teilprojekt mit den Akteuren und den Diskursen in ausgesuchten Fallbeispielen der Regionen Berlin/Brandenburg, Schleswig-Holstein und Baden-Würrtemberg sowie dem übergeordneten EEG-Diskurs. Welche konkurrierenden Deutungen in diesen Konflikten um Definitionsmacht ringen und warum bestimmte – und nicht andere – Wirklichkeitsdeutungen öffentliche Geltung erlangen. Dabei werden Akteure und Argumente im regionalen Mediendiskurs mittels einer quantitativen und qualitativen Analyse deskritiv aufbereitet und in Netzwerken visualisiert. Dies ermöglicht Aufschluss über Kooperationen, Einflussnahmen auf den öffentlichen Diskurs und vorgebrachte Argumente. Es interessiert die inhaltliche Strukturierung der Energiewende-Diskurse in den Fallbeispielen, aber auch die Frage der der Akteure und ihrer Praktiken. Die Deskription dieser Diskurse dient als Basis für die Analyse von Argumenten und Gerechtigkeitsvorstellungen in den weiteren Teilvorhaben des Projekts.

Ansprechpartnerin für dieses Teilvorhaben ist Ines Heger.